Technik erklärt · Hardware-Ratgeber
DLSS, FSR und XeSS: welcher Upscaling-Modus zu deinem Setup passt
Upscaling rechnet ein Spiel intern in einer kleineren Auflösung und liefert das Ergebnis hochskaliert aufs Display. DLSS, FSR und XeSS unterscheiden sich beim Rekonstruktionsverfahren – und vor allem bei der Grafikkarte, die der Hersteller dafür voraussetzt.
Das Wichtigste
- Upscaling ändert die intern gerenderte Auflösung, nicht die Auflösung deines Displays.
- Welche Technik zur Wahl steht, entscheidet die Grafikkarte: Die Herstelleranforderungen reichen von GeForce RTX 20 bis 50 über Radeon RX 9000 und RX 7000 bis zu Shader Model 6.4.
- Der Modus bleibt eine Rechnung aus interner Auflösung und Zielbildrate: Qualität hält Details, Performance hält Bildrate.
- Bildfehler fallen in Bewegung auf, nicht im Standbild. Upscaling ist dabei keine Latenztechnik.
Was Upscaling macht – und was nicht
Super Resolution sampelt mehrere niedriger aufgelöste Bilder und nutzt Bewegungsdaten sowie die Rückmeldung früherer Frames für das Zielbild, beschreibt NVIDIA das Verfahren. Das Display bleibt unberührt: Es zeigt weiterhin seine native Auflösung. Geändert wird nur, wie viel die Grafikkarte intern berechnet – getrennt von der grundsätzlichen Auflösungswahl, die im Beitrag 1080p oder 1440p im Spielbetrieb erklärt wird. Frame Generation erzeugt zusätzlich neue Zwischenbilder, Upscaling rekonstruiert die vorhandenen; die Abgrenzung steht im Beitrag Frame Generation richtig einordnen.
Die drei Verfahren und ihre Hardware
DLSS beschreibt NVIDIA als Suite neuronaler Rendering-Techniken und nennt als unterstützte Hardware GeForce RTX 50, 40, 30 und 20 Series. Mit DLSS 4.5 kommt ein Transformer-Modell der zweiten Generation für Super Resolution hinzu; DLSS 5 ist angekündigt, ohne Terminangabe.
FSR liefert AMD in zwei Pfaden. FSR Upscaling 4.1.1 „Redstone" rechnet per ML-Inferenz auf RDNA 4 und RDNA 3 und verlangt laut Versionshinweis Radeon RX 9000 oder RX 7000 Series sowie Shader Model 6.6. Für ältere Karten führt GPUOpen die analytischen Pfade FSR 2.3.4 und 3.1.5, genannt ab Radeon RX 500 Series und neuer sowie für laut AMD gleichwertige Karten anderer Anbieter.
XeSS setzt laut Intel-XeSS-SDK für XeSS Super Resolution Shader Model 6.4 und DP4a-Unterstützung voraus.
Welcher Modus zu welchem Display passt
Die Voreinstellungen der Spiele – meist Qualität, Ausgeglichen, Leistung, Ultra-Leistung – unterscheiden sich nur darin, wie viel kleiner intern gerechnet wird. Je kleiner die interne Auflösung, desto mehr muss die Rekonstruktion ergänzen. Wer hoch aufgelöst spielt und Bildqualität will, bleibt beim höchsten Modus; wer niedrig auflöst oder eine hohe Bildrate anvisiert, geht tiefer. DLAA ist der Sonderfall und führt NVIDIA als eigenen Modus: Es rekonstruiert ohne Hochskalierung und zielt auf Qualität statt Bildrate. Ob die Bildrate dein Display überhaupt erreicht, klärt der Beitrag FPS und Hz.
Woran du Bildfehler erkennst
AMD nennt für FSR 4 weniger Geisterbilder auf bewegten Objekten, bessere Partikeleffekte, mehr Detail und temporale Stabilität; NVIDIA behauptet für das Transformer-Modell ebenfalls mehr temporale Stabilität und weniger Geisterbilder. Gamers Nexus sieht solche Vorteile in einigen Fällen, in anderen nicht. Nachschauen lässt sich das an denselben Stellen: Kameraschwenk über feine Linien wie Zäune, Flimmern an Kanten, Lesbarkeit von Fadenkreuz und HUD-Text, Partikel in Bewegung. Ein Standbild sagt dazu wenig.
Latenz: Upscaling ist keine Latenztechnik
Gamers Nexus maß für das Transformer-Preset rund fünf Prozent weniger Leistung relativ zum CNN-Modell und hält den Wechsel in kompetitiven Spielen, in denen jeder Frame zählt, nicht für lohnend. Für die Reaktion sind andere Bausteine zuständig: AMD führt ein Radeon Anti-Lag 2 SDK, Intel mit Xe Low Latency eine eigene Technik, die laut SDK-Repository auch auf Fremd-GPUs läuft, dann in Kombination mit XeSS Frame Generation. Wie du die Eingabelatenz senkst, steht im Beitrag Eingabelatenz reduzieren.
In zwei Minuten prüfen, ob dein Spiel mitmacht
- Grafikmenü öffnen und nach dem Verfahrensnamen suchen. Fehlt der Eintrag, fehlt die Integration – kein Treiberschalter holt sie nach.
- Intel stellt mit XeSS Inspector ein Werkzeug bereit, um eine Integration zu prüfen.
- Nach dem Umstellen kontrollieren: Steht die Displayauflösung noch richtig, bleibt die Auswahl nach einem Neustart erhalten?
- Effekt im GPU-Limit testen, nicht im CPU-Limit – dort wirkt Upscaling nicht, wie der Beitrag CPU- oder GPU-Limit erkennen zeigt.
Pragmatische Einordnung
Die Entscheidung fällt zuerst die Grafikkarte, nicht die Technik. NVIDIA-Karten ab RTX 20 greifen auf DLSS zu, Radeon RX 9000 und RX 7000 auf FSR 4, ältere Radeon-Modelle auf den analytischen FSR-Pfad, und alles mit Shader Model 6.4 und DP4a auf XeSS-SR. Beim Modus führt der Weg von oben: Der höchste Modus, der im Zielbereich noch Luft lässt, ist der Ausgangspunkt. In kompetitiven Titeln wiegst du Bildrate und Reaktion höher als den Detailgewinn, im Singleplayer umgekehrt. Wer im CPU-Limit spielt, holt über Upscaling nichts heraus.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen: DLSS, FSR und XeSS einstellen
Braucht Upscaling eine bestimmte Grafikkarte?
Bei DLSS ja: NVIDIA nennt GeForce RTX 20 bis 50 Series. FSR 4 verlangt laut AMD Radeon RX 9000 oder RX 7000 Series und Shader Model 6.6, die älteren FSR-Pfade laufen schon ab Radeon RX 500 Series. XeSS Super Resolution setzt laut Intel Shader Model 6.4 und DP4a voraus.
Ändert Upscaling die Auflösung meines Displays?
Nein. Das Display bleibt bei seiner nativen Auflösung, Upscaling senkt nur die intern gerenderte Auflösung des Spiels.
Woran merke ich, dass der Modus zu aggressiv eingestellt ist?
An Bildfehlern in Bewegung: Geisterbilder hinter Objekten, flimmernde feine Linien, unleserliches HUD, ausgefranste Partikel. Ein Moduswechsel nach oben behebt das meist.
Quellen
- Herstellerangabe NVIDIA – DLSS
- Herstellerdoku AMD GPUOpen – AMD FSR Upscaling 4
- Herstellerdoku AMD GPUOpen – FidelityFX Super Resolution 3
- Herstellerdoku Intel – XeSS 3 SDK, offizielles Repository
- unabhängige Messung Gamers Nexus – DLSS 4, MFG 4X, Transformer-Modell im Bildqualitätsvergleich
- unabhängige Messung Gamers Nexus – AMD AFMF, FSR 4 gegen FSR 3.1