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Resizable BAR und HAGS: Was die beiden GPU-Optionen im Spiel wirklich ändern

Zwei Schalter, zwei Baustellen: Resizable BAR öffnet der CPU den Zugriff auf den kompletten Framebuffer, die hardwarebeschleunigte GPU-Planung gibt die Zeitverwaltung an die Grafikkarte ab. NVIDIA erklärt die Technik, Microsoft die Planung, ComputerBase maß die Bildraten mit Resizable BAR – Stand April 2021.

Das Wichtigste

  • Resizable BAR ist eine optionale PCI-Express-Technik: Die CPU spricht den gesamten Framebuffer an, ohne dass der Speicher wächst.
  • Die Kette muss stehen: CPU und Chipsatz, Option im Mainboard-BIOS, passendes VBIOS, aktueller Treiber.
  • ComputerBase maß auf der RTX 3080 zwei Prozent Durchschnitts-FPS bei unveränderten Perzentil-Werten, auf der RX 6800 XT vier Prozent.
  • HAGS verlagert Zeitscheibenverwaltung und Kontextwechsel auf einen GPU-eigenen Prozessor – laut Microsoft war Modernisierung des Subsystems das Ziel der ersten Phase, nicht ein messbarer Spielnutzen.
  • Ob beides aktiv ist, zeigen der NVIDIA-Treiber, die Windows-Grafikeinstellungen oder GPU-Z.

Was Resizable BAR tut – und was es nicht tut

NVIDIA beschreibt Resizable BAR als optionale PCI-Express-Interface-Technologie. Ohne sie laufen Texturen, Shader und Geometrie als viele kleine Transfers zur Grafikkarte. Ist sie aktiv, fordert die CPU Assets an und bekommt sie vollständig gesendet; mehrere Anforderungen laufen parallel statt in der Warteschlange.

Wichtig: ein größeres Zugriffsfenster, kein größerer Speicher. Was ein voller Videospeicher anrichtet, steht bei den VRAM-Symptomen.

Diese Kette muss stehen: CPU, Mainboard-BIOS, VBIOS, Treiber

NVIDIA nennt vier Ringe: kompatible CPU und Chipsatz, kompatibles Mainboard, ein Mainboard-SBIOS-Update mit aktivierter Option und ein aktueller Game Ready Driver – Untergrenze 465.89 WHQL vom 30. März 2021. Ob ein BIOS-Update lohnt, steht bei den BIOS-Updates.

Bei der Grafikkarte trennt NVIDIA nach Modell: Die RTX 3060 kam ohne VBIOS-Update aus, bei RTX 3060 Ti bis 3090 konnte eines nötig sein. Zum Start lief die Aktivierung über vorgeprüfte Titel und Game Profiles, am 30. März 2021 für 17 Spiele.

Was unabhängige Messungen zeigen

In Full HD brachte Resizable BAR auf der RTX 3080 zwei Prozent Durchschnitts-FPS bei unveränderten Perzentil-Werten; ohne einen Titel mit deutlichem Stottern blieben nur ein Prozent. Die RX 6800 XT lag mit Smart Access Memory in beiden Messreihen vier Prozent vorn. Geometrische Mittel: RX 6800 XT 148,7 gegen 143,1 FPS, RTX 3080 144,3 gegen 141,7.

In WQHD dasselbe Bild: abermals zwei Prozent Durchschnitts-FPS, bei den Perzentil-Werten kein Unterschied. Mehr Spiele profitierten, die Sprünge fielen kleiner aus – Valhalla +9/+9 Prozent, Hitman 3 +5/+4, Cyberpunk 2077 +4/+2, Watch Dogs: Legion -3/-24. Für AMDs SAM maß ComputerBase früher einzelne Titel mit bis zu 20 Prozent mehr Bildraten, im Schnitt deutlich weniger.

Auffällig bleibt die Schere: Die Durchschnitts-FPS stiegen stärker als die Perzentil-FPS, eingeordnet bei 1-Prozent-Lows und Frametimes. Alle Zahlen gelten für RTX 3080 und RX 6800 XT im Referenzdesign, Windows 10 20H2 und Treiberstand April 2021.

HAGS: Was Microsoft da eingeschaltet hat

Hardware Accelerated GPU Scheduling kam mit dem Windows 10 May 2020 Update als optionaler Schalter, standardmäßig aus. Seit WDDM 1.0 koordiniert ein Thread mit hoher CPU-Priorität die GPU-Arbeit aller Anwendungen, was beim Einreichen Overhead und Latenz erzeugt; Eingaben laufen dabei eine Bildzeit hinterher.

Mit HAGS übernimmt ein GPU-eigener Scheduling-Prozessor Zeitscheibenverwaltung und Kontextwechsel der Engines, die Priorisierung behält Windows. Nötig sind eine neuere GPU und ein WDDMv2.7-Treiber, der die Unterstützung meldet.

Microsoft führt HAGS als Opt-in und beschreibt den Übergang als transparent: keine wesentlichen Änderungen, keine erwarteten Leistungsabfälle. Ziel der ersten Phase war die Modernisierung des Subsystems, nicht ein messbarer Spielnutzen. Ein Latenzversprechen für Spiele enthält die Ankündigung nicht; Hebel an der Eingabelatenz nennt Input Lag reduzieren.

So prüfst du, ob beide Optionen wirklich aktiv sind

Resizable BAR zeigt der NVIDIA-Treiber an, übersetzt als „größenveränderbare BAR". Im AMD-Treiber fehlt diese Kennzeichnung, dort zeigt GPU-Z den Status. Der HAGS-Schalter sitzt unter Einstellungen -> System -> Anzeige -> Grafikeinstellungen und erscheint nur, wenn Grafikkarte und Treiber die Unterstützung melden. Vorher sortiert CPU- oder GPU-Limit erkennen dein Problem.

Pragmatische Einordnung

Beide Schalter sind verschiedene Dinge, beide keine Aufrüstung. Resizable BAR verschiebt nach der ComputerBase-Messung ein paar Prozent im Schnitt, selten bei den Perzentil-Werten, und bremst einzelne Titel aus. HAGS ist nach Microsoft-Angabe ein Umbau ohne versprochenen Spielnutzen. Wer die Kette aus BIOS-Option, VBIOS und Treiber nicht komplett hat, sieht von beidem nichts.

Die Reihenfolge: erst den Engpass bestimmen, dann den Aktivstatus prüfen, dann an den Reglern mit belegter Wirkung drehen – die Setup-Optimierung nennt sie.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen: Resizable BAR und HAGS

01

Bringt Resizable BAR mehr FPS als 10 Prozent?

NVIDIA lässt den Nutzen stark streuen: Einige Titel gewännen wenige Prozent bis 12 Prozent, andere verlören Leistung. ComputerBase maß im Schnitt zwei bis vier Prozent; 12 Prozent sind die Obergrenze aus der NVIDIA-Angabe, für AMDs SAM maß ComputerBase in einzelnen Titeln bis zu 20 Prozent.

02

Senkt HAGS den Input Lag?

Die Ankündigung nennt keinen Latenzgewinn, nur einen transparenten Übergang ohne erwartete Leistungsabfälle. Was an der Eingabelatenz dreht, steht im Beitrag über Input Lag reduzieren.

03

Muss ich dafür mein BIOS flashen?

NVIDIA setzt ein Mainboard-SBIOS-Update voraus, in dem die Option aktiviert wird. Bei RTX 3060 Ti bis 3090 konnte zusätzlich ein VBIOS-Update dazukommen, bei der RTX 3060 nicht.

Quellen

Autor

EFF

Gründer und Autor von myEagles mit Wurzeln im kompetitiven Counter-Strike.

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