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Technik erklärt · Hardware-Ratgeber

DirectStorage verkürzt Ladezeiten – aber nur, wenn das Spiel es einbaut

DirectStorage entpackt Spieldaten auf der Grafikkarte statt auf der CPU – genau dort, wo beim Laden meist die Bremse sitzt. Welche Titel profitieren, entscheiden die Studios; einen Schalter in Windows gibt es nicht.

Das Wichtigste

  • DirectStorage ist eine Windows-API für Laden und Entpacken von Spieldaten; die GPU-Decompression ist ihr Kern, beschreibt Microsoft.
  • Ob ein Titel sie nutzt, entscheidet das Entwicklungsteam – „DirectStorage is a feature that must be enabled by (game) application developers", hält AMD fest.
  • Deine Stellschrauben sind eine M.2-NVMe-SSD und eine GPU, die GPU-Decompression kann; sonst packt weiter die CPU aus.
  • Der Nutzen heißt Ladezeit. FPS, Frametimes oder 1-Prozent-Lows verändert die API nicht.

Was DirectStorage in der Ladepipeline ändert

Die SSD liefert komprimierte Spieldaten, die CPU packt sie aus, dann geht alles zur Grafikkarte. Version 1.1 dreht diesen Übergang um: Microsoft nennt die GPU-Decompression als Kern des Updates, mit eigener Compute-Queue und zwei zusätzlichen Copy-Queues. Kann GPU oder Treiber nicht, fällt die API auf die CPU zurück – das Spiel läuft weiter, nur ohne den Gewinn.

Als Entpackformat setzt die API über DSTORAGE_REQUEST_OPTIONS auf GDeflate. NVIDIA erklärt im Technikblog das Zwei-Ebenen-Paralleldesign mit 64 KB großen Kacheln, das den CPU-Engpass der I/O-Pipeline aufheben soll; RTX IO ist NVIDIAs Umsetzung. Die Autoren nennen eine Praxiszahl: den standardmäßig 32 MB großen Stage-Puffer auf mindestens 128 MB zu erhöhen – eine Anpassung im Spiel, nicht in Windows.

Warum du in Windows nichts aktivieren kannst

Die entscheidende Antwort steht bei AMD: „DirectStorage is a feature that must be enabled by (game) application developers to realize the benefits". Ein Titel ohne Einbau nutzt die API nicht, auch mit schneller SSD und aktuellem Windows. AMD selbst unterstützt Version 1.1 ab RDNA 3 und verweist auf das Update der Radeon Developer Tool Suite; ob ein Titel nachgereicht wird, entscheiden die Studios.

Dass Entpacken zur Publisher-Aufgabe gehört, belegt Microsoft: Der Konzern hat den GDeflate-Codec als Quelltext samt Beispielcode veröffentlicht, gebaut über CMake oder Visual Studio, auch unter Linux. Studios binden ihre Asset-Kompression damit selbst an. Registry-Hacks oder Treiber-Optionen bewirken nichts. Wer für GPU-Features schon im BIOS nachschaute, kennt diese Randbedingungen von Resizable BAR und HAGS einstellen.

Welche Hardware den Unterschied macht

Es bleiben zwei Bauteile. Die SSD: Crucial führt im Catalog M.2-Laufwerke mit PCIe/NVMe in den Klassen 500 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB, darunter Gen5-Modelle. Ob dein Mainboard die Generation eines Laufwerks ausspielt, steht im Datenblatt des Boards. Wie sich eine vollgeschriebene SSD verhält, erklärt separat NVMe-SSD wird langsam: Abmagerung.

Die Grafikkarte: AMD nennt RDNA 3 als erste eigene Generation mit Unterstützung, NVIDIA setzt über RTX IO und GDeflate um. Dazwischen gilt Microsofts Regel: ohne passende GPU oder Treiber entpackt weiter die CPU. Wegen DirectStorage kaufst du keine Grafikkarte neu – entscheidend ist, was dein Build für GPU-Features ohnehin mitbringt.

Was DirectStorage nicht leistet

Die API verändert den Weg der Daten, nicht das fertige Bild. Upscaling wie DLSS, FSR oder XeSS greift in gerenderte Bilder ein, DirectStorage ändert nur das Entpacken davor – getrennte Baustellen (DLSS, FSR und XeSS einstellen). Für FPS, Frametimes oder 1-Prozent-Lows ist die API nicht zuständig; wer bei Rucklern eine Zahl sucht, prüft zuerst, welcher Baustein am Limit läuft (CPU- oder GPU-Limit erkennen).

Was du beim Kauf beachtest

Sortiert ist nach Produktklasse, nicht nach Einzelprodukt.

ProduktklasseKriteriumWorauf es zielt
M.2-SSD mit PCIe/NVMe, 500 GB bis 4 TBBauform und Kapazität nach Crucial-CatalogSSD für die Spielbibliothek
Gen5-M.2-SSDVon Crucial als eigene Klasse geführtHöchste Katalog-Generation, nur mit passendem Mainboard
GPU mit GPU-DecompressionAMD ab RDNA 3, NVIDIA mit RTX IOEntpacken läuft auf der Grafikkarte

Wer einen Build plant oder eine zweite SSD nachrüstet, hängt DirectStorage an dieselbe Entscheidung: eine NVMe-SSD in passender Größe und eine GPU, die moderne Features mitmacht. Die Einordnung der Komponenten nach Leistungsziel steht in der Übersicht Gaming-PC-Komponenten – dort lohnt der Blick vor der Bestellung.

Pragmatische Einordnung

DirectStorage ist kein Feature, das du einschaltest, sondern ein Grund mehr, beim nächsten Kauf richtig zu liegen. Ohne Einbau durch das Spiel passiert nichts; mit Einbau entscheiden SSD und GPU, wie viel ankommt. Planst du ein Upgrade, setzt du auf eine NVMe-SSD in passender Größe und eine Grafikkarte mit den Features, die du tatsächlich nutzt. DirectStorage ist dabei ein Bonus, kein Alleinstellungsmerkmal.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen: DirectStorage erklärt

01

Muss ich DirectStorage in Windows aktivieren?

Nein. AMD hält fest, dass Entwicklungsteams die Funktion in ihren Spielen aktivieren müssen. Windows stellt nur die API bereit.

02

Brauche ich für DirectStorage eine neue SSD?

Zuerst entscheidet dein Spiel, ob es die API einbaut. Bei der SSD zählt, was der Crucial-Catalog zeigt: M.2-Laufwerke mit PCIe/NVMe von 500 GB bis 4 TB, darunter Gen5-Modelle.

03

Steigen mit DirectStorage die FPS?

Nein. Die API verschiebt das Entpacken auf die Grafikkarte und verkürzt das Laden. Ob ein Spiel im CPU- oder GPU-Limit läuft, bleibt eine eigene Frage.

Quellen

Autor

EFF

Gründer und Autor von myEagles mit Wurzeln im kompetitiven Counter-Strike.

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